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Freitag, der 13.: Unglückstag oder Denkfehler?


Bild: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn

Schon wieder Freitag, der 13. - aber wissen Sie noch, ob Sie am letzten Freitag, den 13., Pech hatten? Oder überhaupt was an dem Tag los war? Vermutlich nicht. Trotzdem zucken viele regelmäßig vor einem solchen Datum unwillkürlich zusammen. Warum eigentlich? 

«Paraskevidekatriaphobie» nannte der US-Psychologe Donald Dossey die Angst vor einem Freitag, den 13.. Zusammengesetzt ist der Begriff aus den griechischen Wörtern Paraskevi für Freitag, triskaideka (dreizehn) und phobos (Furcht). Das ist keine Diagnose wie etwa Agoraphobie, aber viele Menschen erleben diese Angst als irgendwie ungutes Gefühl.

Doch dass an einem Freitag, dem 13., mehr schlimme Dinge passieren und Leute «Pech» haben, lässt sich statistisch nicht belegen. Das ungute Gefühl ist also unnötig. 

Und was, wenn's trotzdem da ist, als sogenannter Aberglaube? Dann hilft ein bisschen Wissenschaft, nämlich neben der Statistik Psychologie und etwas Geschichte. 

Wie dieser Tag zum «Unglückstag» wurde 

In dem Aberglauben verbinden sich die Zahl 13 und der Wochentag Freitag. In der christlich geprägten westlichen Welt ist die Zahl 13 mit dem Letzten Abendmahl und den 13 Personen am Tisch verbunden, und Jesus wurde an einem Freitag verraten. In der norwegischen Mythologie crasht die Göttin Loki uneingeladen ein Bankett, bei dem zunächst zwölf Götter zu Gast sind, und stiftet Ungemach. 

Im 19. Jahrhundert tauchte Freitag, der 13., als Motiv in Büchern und Theaterstücken auf. Und ab 1980 griff die Filmreihe «Freitag, der 13.» den Aberglauben nicht nur auf, sondern machte ihn in zwölf Teilen allgegenwärtig. So weit, so rational. Aber wie verhält es sich auf emotionaler Ebene?

«Aberglaube ist ein Glaube oder eine Praxis, die im Widerspruch zu unserem wissenschaftlichen Verständnis steht», erklärt der US-Psychologe Stuart Vyse, der unter anderem mehrere Fachbücher über Aberglaube geschrieben hat. Wenn Abergläubische an einem beliebigen Tag wie einem Mittwoch, dem 11., ein Missgeschick erleben oder einen Unfall haben, ist es für sie einfach Pech. An einem Freitag, den 13., ist das Datum der Grund.

Weshalb das «Freitag, der 13.-Pech» meist ein Trugschluss ist

Das verfestigt sich durch den sogenannten «confirmation bias» (dt. Bestätigungstendenz, oft auch Bestätigungsfehler). Gemeint ist, dass Menschen sich besonders gut an Ereignisse erinnern, die ihre Erwartungen bestätigen. Wer sich also an jenem Mittwoch Kaffee über die Hose kippt, vergisst es wahrscheinlich schnell wieder. Wem das am Freitag, den 13., passiert, sieht sich darin bestätigt, dass es ein Unglückstag ist. 

Um den Aberglauben rund um die Zahl 13 zu widerlegen, gründete sich im 19. Jahrhundert in New York der Thirteen Club, eine Gesellschaft aus zunächst 13 Mitgliedern. Sie trafen sich immer am 13., um gemeinsam ein 13-gängiges Menü einzunehmen. Vorher gingen alle Mitglieder unter einer Leiter durch, auch verschütteten sie regelmäßig Salz und ließen Spiegel zu Bruch gehen (ob schwarze Katzen von links eine Rolle spielten, ist nicht überliefert) - alles ohne «unglückliche» Folgen.

Wie man dem Tag positiv begegnet

Und was vielleicht noch mehr hilft: ein anderer Fokus. 

Man kann etwa darauf achten, was am Freitag, dem 13., Gutes passiert, einem selbst oder überhaupt auf der Welt, und sich das durch Aufschreiben noch bewusster machen. Auch das Bohnen-Ritual kann hierbei helfen: Morgens steckt man Bohnen in die rechte Tasche und verschiebt bei positiven Erlebnissen jeweils eine Bohne in die linke Tasche.

Da unsere Perspektive und unsere Erwartung beeinflussen, was wir wie wahrnehmen, kann man den confirmation bias auch quasi umkehren und sich sagen: «Das wird ein toller Tag», so die US-Psychiaterin Anna Costakis. 

So kann man den «Heute passiert was Schlechtes»-Autopilot im Gehirn abschalten und den Tag aktiv zu einem Glückstag machen.


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(12.03.2026)


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